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25 Jahre Naturschutzgebiet „Mainaue“

mit dem nachfolgenden Beitrag – auch im kommenden Mitteilungsblatt – möchten wir die Würdigung zum 25jährigen Jubiläum dieses heraussagenden Schutzgebietes und der Einmaligkeit in der gesamten Region zu einem würdigen Abschluss bringen. Bitte lesen Sie nachstehend einige wissenswerte Fakten, die uns als mahnende Worte auch in unser „Tagebuch“ geschrieben sein könnten.

 

… an der Sulzbachmündung liegt ein Kernbereich des Naturschutzgebietes Mainaue: Der Kohlplatz und Schwindwiesen, im Sulzbacher Jargon auch „Kappesland“ genannt.

Im Zuge des Mainausbaus mit Staustufen um 1930 wurde der Fluss hier auf Hochwasserniveau aufgestaut und die Mündung des Sulzbaches ca. 150 m Richtung Obernau verlegt. So haben sich verschiedene, vor allem durch die Bodenfeuchtigkeit geprägte Lebensräume entwickelt. Das alte Bachbett des Sulzbachs ist als Hochwasser-Retentionsfläche und Altwasser unberührt belassen worden. So wurde ein einzigartiges Naturjuwel erhalten und konnte sich entwickeln.

Durch behutsame Kultivierung im Randbereich der Feuchtflächen sind insbesondere in den Notzeiten nach dem Krieg, Kleingärten entstanden die bis heute genutzt werden. In den Nasszonen wurden Pappeln angepflanzt und die sumpfigsten Gebiete blieben ungenutzt. Dieses Mosaik aus verschiedenen Biotoptypen macht den besonderen Reiz und Wert des Kohlplatzes aus.

Der Sulzbach, der sich ab der Schutzgebietsgrenze frei entwickeln darf, zieht mit vielen Biegungen zum Main, hier wechseln sich Sandbänke und Steiluferzonen ab.

Besonders Vogelstimmenliebhaber kommen hier auf ihre Kosten: Weit über dreißig Vogelarten, darunter Nachtigall, Wasseramsel, Gelbspötter und Sumpfrohrsänger, können hier gehört werden. Auch der Pirol, ein wahrer Farbtupfer in den Baumkronen, brütet in seinem Hängenest hier in den Auen. Er steht in Bayern auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.

Wer diese Naturschönheit erleben will: Die Sulzbachbrücke und der Radweg zwischen Bahnunterführung und ehemaligem Fähranleger bieten eindrucksvolle Einblicke in das Gebiet. Das wildromantische Kerngebiet ist allerdings mit einem ganzjährigen Betretungsverbot geschützt. Hier soll sich die Natur nach ihren Gesetzen und frei von Störungen entwickeln.

 „ Eine Freude für uns alle, vor allem aber für die nachfolgenden Generationen „

So heißt es in der Festschrift zum 25. jährigen Jubiläum

Wir Sulzbacher lieben unsere Natur und sind betrübt über die Schäden durch Flächenversiegelungen und Klimaveränderungen in Wald und Flur. Darum tragen wir große Verantwortung, wenn es darum geht noch intakte Schutzgebiete durch kurzsichtiges Verhalten unwiederbringlich zu zerstören. Daher ist die jetzt vorgeschlagene und in Sulzbach am Main favorisierte Nord-Süd-Umgehungstraße ein Schritt in die falsche Richtung, da sie weite Teile dieses sehr sensiblen Bereiches überfährt!

Alexander Hess

im Namen der Bürgerinitiative „Lebenswertes Sulzbach – Keine Nord-Süd Umgehung – Erhalt der Mainaue