Main-TV-Bericht erkennt den Unterschied nicht!

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit großem Interesse haben wir Ihren Bericht vom 28.12.2018 zur Ortsumfahrung Sulzbach gelesen bzw. gesehen.

Begrüßenswert war, dass im Main-TV-Bericht alle in Sulzbach belasteten Durchgangsstraßen zu sehen waren, nicht nur die ST2309 in Nord-Süd-Richtung, denn dies ist ein wichtiger Aspekt im Hinblick auf die Frage nach einer Verkehrsentlastung in Sulzbach.

Sie berichten, die beiden Bürgerinitiativen würden sich dahingehend unterscheiden, dass die eine weniger Verkehr in Sulzbach möchte, die andere das Naturschutzgebiet Mainauen erhalten möchte.

Es ist tatsächlich so, dass wir die Nord-Süd-Umgehung durch die Main-Auen verhindern, das Naturschutzgebiet in seiner jetzigen Form erhalten und zusätzliche Risiken für Trinkwasser und Hochwasser vermeiden möchten. Dies bedeutet jedoch nicht, dass wir nicht auch an einer Entlastung Sulzbachs interessiert sind.

Im Gegensatz zur Bürgerinitiative für Nord-Süd-Umgehung sind wir jedoch der Meinung, dass eine Trasse, die nur eine Entlastung in Nord-Süd-Richtung erreichen kann, gleichzeitig jedoch eine Belastung der in gleicher Richtung verlaufenden Wohngebiete Sulzbachs und der Nachbargemeinden mit sich bringen würde, nicht die richtige Lösung sein kann. Wir haben von jeher gefordert, dass alle Varianten gleichberechtigt geprüft werden müssen und uns genau dafür eingesetzt. Dass das Staatliche Bauamt, insbesondere auf Grund unserer Nachfragen, bei bereits vorliegenden Gutachten (Verkehrsgutachten von 2014 und FFH-Gutachten von 2017) nacharbeiten musste, zeigt aus unserer Sicht, dass die Planungen sehr stark von der Vorfestlegung der Gemeinde Sulzbach auf eine Nord-Süd-Trasse beieinflusst waren.

Die falschen Angaben zur Entlastungswirkung einer Nord-Süd-Trasse, die in den letzten Monaten vom 3. Bürgermeisters Sulzbachs, gleichzeitig Mitglied der Pro-BI, getätigt wurden, sind weiterhin Beleg dafür, dass es auch im Rahmen der Berichterstattung durchaus sinnvoll ist, beide Seiten zu hören und bereits vorliegende Gutachten mit getätigten Aussagen zu vergleichen.

In 2019 wird es aus diesem Grund nötig sein, die Bürger Sulzbachs möglichst umfassend zu informieren.

Eine Entlastung Sulzbachs kann nicht nur eine Nord-Süd-Trasse erreicht werden. Es gibt Varianten, die gleichzeitig auch die zuführenden Straßen aus dem Spessart mit einbeziehen würden, wie ursprünglich im Beschluss der Markgemeinde zur Aufnahme in den 7. Ausbauplan Staatsstraßen im Übrigen auch gefordert wurde.

Es geht also mitnichten darum, „welche Intitiative letzlich ihren Willen bekommt“, sondern um die Belange Sulzbachs und seiner Bürger – nicht nur derer, die an der Ortsdurchfahrt in Nord-Süd-Richtung wohnen. Weiterhin wird die Entscheidung auch Bewohner in Niedernberg und der Obernauer Straße in Aschaffenburg betreffen sowie verkehrliche Auswirkungen auf die Bürger der Spessartgemeinden, wie zum Beispiel Leidersbach, haben.

Gerne sind wir bereit, in einem redaktionellen Gespräch diese Fakten mit Ihnen zu besprechen.